Osttürkei: Im Schatten des Genozids

In der Woche vor dem 100. Jahrestag des Genozids an den Armeniern leitete der britisch-armenische Historiker Ara Sarafian mit einer Gruppe Studenten, Akademiker und Journalisten eine Mission, die den Kontakt zu den lokalen Kurden und den Nachfahren von Armenien in den kurdischen Regionen der Türkei herstellen sollte. In diesen Städten und Dörfern wurde vor 100 Jahren die armenische Bevölkerung, genauso wie viele Assyrer, durch den Staat und seine Vertreter aus ihren Häusern vertrieben, getötet oder deportiert. Die osmanische Bürokratie befürchtete, nicht-türkische Bevölkerungsgruppen könnten rebellieren und Teile des Osmanischen Reiches an sich reißen um neue Nationalstaaten zu gründen und nutzte daher die sozialen und ethnischen Spannungen aus, um lokale kurdische Anführer dazu zu ermutigen, ihre Nachbarn zu ermorden und deren Ländereien zu stehlen. >>globalvoicesonline.org

Genozide erster, Genozide zweiter Klasse?

Jahrhunderte sind fiktive Zäsuren: Historiker sprechen gerne vom „kurzen 20. Jahrhundert“ 1914 bis 1989. Der Völkermord in Bosnien fällt dann ebenso wenig hinein wie jener in Ruanda. Auch nicht ein Genozid im heutigen Namibia 1904 und 1908. „Innerhalb der Deutschen Grenze wird jeder Herero (. . .) erschossen“, hieß es im Befehl des Oberbefehlshabers Lothar von Trotha im Herbst 1904. Wie Armenier 1915 wurden die Hereros in die Wüste getrieben und zwei Drittel des Volkes ausgelöscht. >>wienerzeitung.at

Geheucheltes Bedauern: Ungarn soll Gedenktafel für ermordeten Armenier errichten

Das ungarische Verteidigungsministerium hat – nach schriftlichen Forderungen Armeniens – beschlossen, eine Gedenktafel für den armenischen Leutnant Gurgen Margaryan zu errichten, der 2004 während einer NATO-Schulung in Ungarn von einem aserbadschanischen Offizierskollegen, Ramil Safarov, durch einen Schlag mit einer Axt ermordet wurde. >>pesterlloyd.net

Nicht vergessen, nicht vergeben – Armenien und die Türkei

Der Streit schwelt bis heute. „Für uns ist der Erste Weltkrieg immer noch nicht zu Ende“, sagt ein Armenier in Eriwan. Noch immer trauern die Menschen um ihre Vorfahren und beklagen den Verlust der Dörfer und Städte in West-Armenien, wie sie Ostanatolien bezeichnen. Armenien bezichtigt das damalige osmanische Reich, vor 100 Jahren, bis zu 1,5 Millionen Armenier ermordet zu haben.Offizielle türkische Kreise und auch ein Großteil der türkischen Bevölkerung bestreiten das: Die Armenier seien Kriegsgegner gewesen, es habe auf beiden Seiten durch die üblichen Auseinandersetzungen in einem Weltkrieg Opfer gegeben, mehr nicht, kein Grund zur Entschuldigung.   >>phoenix.de

Deutschland und der Völkermord an den Armeniern von 1915

Am Holocaust-Gedenktag im Januar 2015 begann der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin seine Rede vor der UN-Vollversammlung mit Ausführungen zum Mord an den Armeniern vor 100 Jahren.[1] Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck ging im April einen Schritt weiter: Er nannte die Verbrechen an den Armeniern einen Genozid und nahm Bezug auf alle osmanischen Christen Kleinasiens und Mesopotamiens, die von genozidärer Gewalt in Mitleidenschaft gezogen worden waren.[2] Er tat dies aus gutem Grund, denn Deutschland hat beim Thema „Armenier“ den Horizont seines historisch verbindlichen Gedenkens zu erweitern. Das Jahr 1915 war ein brutaler Bruch für die osmanische Welt: das irreversible Ende bisheriger Koexistenz zwischen Christen und Muslimen und zentrales Ereignis einer bis heute andauernden, modernen Gewaltgeschichte im Nahen Osten. Das Verbrechen des damaligen osmanischen Bündnispartners war indes auch ein moralisches Versagen, ja ein „Genickbruch“[3] deutscher Politik und damit der Weg in eine fatale politische Sackgasse. Lange verstand Deutschland nicht, aus dieser Sackgasse herauszufinden. Noch länger vermochte es nicht, die Situation offen zu legen und seine Mitverantwortung zu artikulieren. >>zeitgeschichte-online.de

Erdoğans nützliche Idioten

Vor lauter Erleichterung darüber, dass ihr Mitgliedsland Türkei endlich seine Luftwaffe gegen die Mordbrenner des „Islamischen Staates“ (IS) einsetzte und den Stützpunkt Incirlik für Jets der Anti-IS-Koalition öffnete, blickt das Bündnis seit Wochen großzügig über Erdoğans deutlich werdende Absicht hinweg: zu verhindern nämlich, dass sich an der Südgrenze der Türkei ein Kurdenstaat bildet. Die Bekämpfung des IS dient Erdoğan nur als politischer Feuerschutz für einen ganz anderen Krieg. >>zeit.de

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